Tiere auf „Wohnungssuche“ – Lebensraum ist knapp

Heute, am ersten März, beginnt der meteorologische Frühling. Gleichzeitig ist es nach Naturschutzrecht nicht mehr erlaubt, Bäume, Hecken und Büsche zu roden oder zu beschneiden, da die Brutsaison beginnt.

Auch wenn es noch nicht ganz so aussieht, das Frühjahr kommt und mit ihm erwacht überall das Leben. Allen voran lässt sich die Vogelwelt von den noch winterlichen Temperaturen nicht beirren. Ein untrügliches Zeichen, dass der Frühling naht. Die Tage werden wieder deutlich länger und die einheimischen Singvögel machen ihrem Namen alle Ehre. Vor allem in den Morgen- und Abendstunden werden jetzt durch weit hörbaren Gesang lautstark Brutreviere abgegrenzt, und es wird um Partner geworben.
Schon zuvor haben sich die diversen Vogelarten nach geeigneten Nistmöglichkeiten umgesehen. Hecken und Büsche, die sobald sie wieder Blätter tragen, sichere Deckung und einen dichten Sichtschutz bieten, sind dabei besonders begehrt. Ebenso Baumhöhlen, Astlöcher und Mauernischen.
Doch leider gehen geeignete Brutplätze zunehmend verloren. Und nicht nur Gärten werden immer steriler und tierunfreundlicher, auch im Wald wird in zunehmendem Maß kompromisslos gerodet.
Weil aus naturschutzrechtlichen Gründen ab dem 01. März bis zum 30. September Hecken, Büsche und Röhricht nicht mehr abgeschnitten, gerodet, abgebrannt oder zerstört werden dürfen, wurde bis Ende Februar in vielen Gärten, Parks und auch im Wald noch massiv aufgeräumt. Dabei fielen nicht nur Bäume, sondern auch Büsche, Sträucher und Hecken den Motorsägen zum Opfer – mit oft verheerenden Folgen für die Tierwelt. Denn so wurden direkt vor der beginnenden Brutsaison Nistmöglichkeiten für viele Vogelarten zerstört. Außerdem sind wertvolle Futterquellen für Kleinsäuger, Vögel und Insekten unwiederbringlich verloren gegangen.

Der Landestierschutzverband appelliert deshalb an alle Gartenbesitzer zumindest in ihren Gärten schonender vorzugehen.

„Die Brutsaison der Vögel beginnt in Kürze. Schon bald können wir Amseln, Rotkehlchen, Zaunkönige, Buchfinken, Spatzen und Meisen wieder beim Nestbau beobachten. Um die Vögel beim Brüten nicht zu stören, dürfen nach dem Naturschutzgesetz auch Hobbygärtner in ihrem eigenen Garten jetzt keine Hecken und Gehölze mehr schneiden. Verstöße gegen die gesetzlichen Vorgaben des § 39 BNatSchG gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 10 000 Euro geahndet werden,“ erklärt der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Herbert Lawo, und rät weiter: „Entscheiden Sie sich zugunsten unserer einheimischen Tierwelt und gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah. Mit ein wenig Mut zur Wildnis gelingt es leicht, verschiedenen Tierarten ein Zuhause zu bieten.“
Einheimische Bäume oder Sträucher und großzügige Bereiche mit dichter Vegetation und Wildkräutern bieten vielen Tieren Schutz und eine natürliche Nahrungsgrundlage. Außerdem ist es noch nicht zu spät zusätzliche Nistkästen aufzuhängen. Fledermäuse und zahlreiche Singvögel sind dankbar für solche künstlichen Nisthilfen. Zudem entspannt es die Lage und erleichtert es später ankommenden Zugvögeln, ebenfalls noch geeignete Plätze zur Jungenaufzucht zu finden.
Weiterführende Tipps und Hinweise zu Bezugsquellen zu diversen Nistkästen erhalten interessierte Gartenbesitzer über den Landestierschutzverband.

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