Katzenelend in Deutschland?

 

Wenn man selbst nicht bereits mit diesem Thema konfrontiert war, fragen sich  viele Menschen von welchem Katzenelend wir Tierschützer immer reden.

Ansteigende Zahl in Deutschland

Doch in Deutschland nimmt die Zahl an freilebenden Katzen konstant zu. Inzwischen geht man von einer geschätzten Anzahl von ca. 2 Millionen Tieren aus.

Diese Zahl ist beängstigend!

Noch immer gibt es viel zu viele Katzenhalter, vor allem in Dörfern oder auf Höfen , die Ihre Katzen nicht kastrieren lassen. Woran liegt es fragen wir uns immer wieder, Unwissenheit? Geld sparen?

Ein Rattenschwanz

Eine Katze kann bis zu 3 Würfe im Jahr groß ziehen. Wenn nun eine Katze ihre Welpen in einer Scheune, auf einem verwilderten Grundstück in einer alten Lagerhalle bekommt, so haben die Jungen keinen Kontakt zu Menschen. Zwischen der 3. Und der 10. Lebenswoche findet die Prägung einer Katze hauptsächlich statt. Wenn diese Welpen nun bis zu dieser Zeit keinen Kontakt zu Menschen bekommen, bleiben sie für immer scheu. Diese Katzen lassen sich später nicht mehr einfangen und vermittelten. Sie werden auf der Straße leben und sich versuchen alleine durchzuschlagen. Und natürlich auch wieder Ihre Jungen bekommen und fern vom Menschen großziehen, man kann sich ausrechnen wohin das führt, bzw bereits geführt hat.

Trauriges Leben auf der Straße

Von Cowboy Idylle kann eine wildlebende Streunerkatze nur träumen.

Das Leben ist geprägt von Hunger, Erfrierung, Krankheit und ständiger Fluchtbereitschaft.

Andererseits können diese Katzen nicht im Tierheim aufgenommen werden, es wäre für sie Tierquälerei in ein Zimmer oder einer  Wohnung eingesperrt zu sein, sie sind nicht daran gewöhnt.

Lösungen für das Katzenproblem

Es gäbe schon einige Ansätze wie wir alle helfen könnten, die Lage langfristig zu verbessern.

Zum einen ist der Ansatz, den wir als Tierschutzverein und auch viele private Tierschützer aus eigenem Geldbeutel bereits praktizieren, Futterstellen für freilebende Katzen einzurichten. Wenn die Katzen angefüttert sind, werden diese mit Lebendfallen eingefangen, kastriert und gechippt und anschließend wieder an der Futterstelle frei gelassen und weiter versorgt. Somit ist zum einen die weitere Vermehrung dieser Katzen unterbunden und zum anderen ihre Versorgung sichergestellt.

Natürlich ist diese Maßnahme oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viel wichtiger wäre es und da appellieren wir an die Städte und Gemeinden sowie an jeden privaten Katzenhalter, eine allgemeine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen auszusprechen bzw seine eigene Katzen Kastrieren und kennzeichnen zu lassen.

Denn jede freilebende wilde Katze findet ihren Ursprung in einer nicht kastrierten Freigängerkatze.

Kennzeichnung was ist das?

Vom Tierarzt wird ein kleiner Mikrochip unter die Haut gesetzt, es ist für die Katze nicht viel schlimmer, als eine Impfung. Auf diesem Chip ist eine Nummer gespeichert, die in Tierheimen und bei den Tierärzten ausgelesen werden kann.

Diese Nummer muss man nun noch kostenlos bei Tasso registrieren lassen und schon können wir im Tierheim direkt den Besitzer der Katze ausfindig machen und diesen kontaktieren.

Was bei Hunden längst Gang und Gebe ist und auch bei Reisen ins Ausland vorgeschrieben ist, ist für Katzenhalter leider noch eine Ausnahme.

Die Kennzeichnung einer jeden Freigängerkatze sollte man wirklich nicht unterschätzen.

Sehr oft  bekommen wir Fundkatzen ins Tierheim gebracht…die Katzen werden in den meisten Fällen nie wieder abgeholt…vielleicht gehen viele Besitzer davon aus, dass ihre Katze einen Unfall hatte, vielleicht einfach abgewandert ist…die Beschreibungen der gefundenen oder vermissten Katzen, welche wir im Tierheim sammeln und versuchen auszuwerten und zusammen zu führen,  ist meist zu ähnlich und so finden viele Katzen ihren Besitzer nie wieder.

Genauso kann es passieren, dass Ihre unkastrierte Katze in einem Versteck einen Wurf großzieht, der von jemand gefunden wird und im Tierheim abgegeben wird. Da keiner zuordnen kann, woher die Mutterkatze stammt, werden die kleinen natürlich im Tierheim medizinisch versorgt und wochenlang aufgezogen.

Das könnte vermieden werden, wenn die Katzen gechippt und gemeldet wäre.

Zurück zum Problem

Der Deutsche Tierschutzbund ist davon überzeugt, dass eine Tierschutz-Katzenverordnung zur Verbesserung der Tierschutzsituation für Katzen beitragen könnte.

Mit gutem Beispiel gehen bereits zahlreiche Kommunen in ganz Deutschland voraus und erlassen für Katzenbesitzer derartige Verordnungen.

Wir haben in den letzten Jahren viele Kastrationsaktionen von frei lebenden Katzen durchgeführt.

Aber leider ist es ein Fass ohne Boden, es entstehen hierbei immense Kosten, die niemand bezahlen möchte.

 Nach der Kastration können viele  Tiere nicht vermittelt werden, sondern wir müssen Futterplätze suchen, also Menschen die sich bereit erklären eine oder mehrere Katzen aus eigener Tasche über Jahre zu versorgen, das ist alles andere als einfach.

Viele Gemeinden nehmen sich hierbei aus der Pflicht, für Katzen sei man nicht zuständig , von einer Katzenflut könne keine Rede sein, oder durch freilebende Katzen sei die öffentliche Ordnung nicht betroffen.

Fakt ist aber, dass diese Katzen auch Krankheiten haben und an alle anderen in ihrer Nähe, auch der behüteten freigänger Katze, übertragen. So verbreiten sich ansteckende Krankheiten rasend schnell.

Von vielen weiteren, auch sozialen Aspekten ganz abgesehen, sollte uns allen, Tierschützer, Jäger, Kommunen, private Katzenhalter daran liegen das Problem realistisch zu sehen und gemeinsam anzugehen.

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