Natürlich darf es auch etwas mehr oder gar das ganz große Glück sein. Anni hätte es sich allemal verdient! Aber grundsätzlich bäckt unsere Omi eher kleine Brötchen und ist mit wenig schon sehr glücklich und zufrieden.

Wir wissen nicht viel über ihre Vergangenheit, der Blick in ihre leeren Augen und ihre Haltung gegenüber uns Menschen lassen jedoch tief blicken. Anni hat jegliches Vertrauen, vermutlich gar ihren kompletten Glauben an das Leben verloren. Sie will am liebsten in Ruhe gelassen werden, für sich sein – und gleichzeitig fühlt sie sich einsam und verlassen.

Wir haben es im Tierheim kaum geschafft, zu ihr durchzudringen. Jeglicher Annäherungsversuch wurde mit Flucht oder panischem Wegschnappen quittiert. Erst durch den Umzug in eine Pflegestelle ließ sich langsam erahnen, welch liebenswertes Gemüt sich hinter Annis Angstfassade versteckt.

Anni bemüht sich und blüht langsam auf. Sie hält von Tag zu Tag immer mehr Nähe aus, zeigt das erste Komfortverhalten, freundet sich immer hartnäckiger mit der Couch an, nimmtschon das ein oder andere Leckerchen aus der Hand und hat die Spaziergänge für sich entdeckt – und das, obwohl sieHalsband und Leine eigentlich den Krieg erklärt hatte!

Einen direkten körperlichen Kontakt meidet sie allerdings noch eisern. Druck, Ungeduld und Unverständnis sind im Umgang mit Anni völlig fehl am Platz. Wir suchen daher nach Menschen mit viel Herz, mit einer Engelsgeduld, mit innerer Ausgeglichenheit und mit ausgeprägtem Verständnis für traumatisierte Hunde. Toll wäre auch ein Ersthund, an dem sie sich ein wenig orientieren könnte, das hilft ihr sehr. Und das Sahnehäubchen wäre ein eingezäunter, ausbruchssicherer Garten, in dem sich unsere Omi auch mal frei bewegenkönnte.

Anni ist ca. 10 Jahre alt, kastriert, geimpft und gechippt.

Anni – ein kleines Stück vom Glück