Start der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin

Pressemeldung
01.03.2019
Start der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin


Vorsicht bei tierischen Urlaubs-Attraktionen
Der Deutsche Tierschutzbund informiert zum Start der Internationalen
Tourismus-Börse (ITB) darüber, worauf Urlauber bei Tierattraktionen
unbedingt achten sollten. Ab dem 6. März werden auf der Messe in
Berlin die neuesten Angebote der Tourismusbranche vorgestellt. Immer
mehr setzen dabei auf Erlebnisse mit Wildtieren. Im Vorfeld der Messe
hatte sich der Deutsche Tierschutzbund daher zusammen mit anderen
Tier- und Naturschutz-Organisationen an den Deutschen Reiseverband
gewandt: In einem Positionspapier legen die Verbände grundlegende
Kriterien vor, um den Fang und Missbrauch von Wildtieren für
Touristenattraktionen zu verhindern.
„Vom vermeintlich harmlosen Souvenirfoto mit einem Wildtier bis hin zu
Tiershows in Arenen wird für Touristen fast alles angeboten. Der
Tierschutz bleibt dabei in der Regel auf der Strecke. Wer hinter die
Kulissen von tierischen Souvenirfotos und Shows blickt, sieht, dass die
Tiere allein der Touristen-Belustigung dienen, während sie selbst ein
Leben voller Entbehrungen fristen müssen“, erklärt Dr. Anna Szczepanek,
Fachreferentin beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Entnahme von
Wildtieren aus der Natur ist dabei besonders problematisch, da die
Bestände so dauerhaft gefährdet werden.“


Worauf Urlauber achten sollten
Der wichtigste Grundsatz für einen tiergerechten Wildtier-Tourismus
sollte sein, den direkten Kontakt zum Menschen zu vermeiden und den
Tieren mit Respekt zu begegnen. Die artgerechte Tierhaltung sollte im
Vordergrund stehen. Diese ist jedoch bei einigen Arten – insbesondere bei
Walen und Delfinen – nicht möglich. Auch eine dauerhafte Anbindung
oder Fixierung von Tieren, zum Beispiel für Souvenir-Fotos, ist
unzumutbar. Shows, in denen unnatürliches Verhalten zur Belustigung
der Zuschauer gezeigt wird, sind für die Tiere mit Leid verbunden. Denn
bei der Dressur von Wildtieren sind Bestrafung durch Gewalt oder
Futterentzug sehr häufig. Touristen sollten auch mögliche Gefahren nicht
unterschätzen: Affen, Elefanten und Großkatzen können dem Menschen
ernsthafte Verletzungen zufügen. Aber auch für die Tiere bedeuten einige
Attraktionen ein großes Risiko. So eignet sich beispielsweise der Strauß
nicht als Reittier, da es aufgrund der zu großen körperlichen Belastung
beim Reiten zu erheblichen Verletzungen des Tieres kommen kann.
Vorsicht ist auch bei sogenannten Sanctuaries, Waisenhäusern und
Auffangstationen geboten. Diese sollten ausschließlich den Zweck
erfüllen, die Tiere möglichst schnell wieder auszuwildern. Der direkte
Kontakt zu Menschen sollte auf ein Minimum beschränkt sein.

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