Weihnachten ist das Fest des Friedens und der Nächstenliebe. Doch wie aufrichtig ist dieser Leitgedanke wirklich? Der Landestierschutzverband fordert dazu auf, auch unsere Mitgeschöpfe mit einzubeziehen und für die Feiertage und den Jahreswechsel auf Produkte aus Tierquälerei bewusst zu verzichten. Boykottieren Sie den Braten aus Massentierhaltung, gefährdete Meerestiere oder Tierqual-Delikatessen wie Gänsestopfleber und lebend „frisch“-gehaltene Krebstiere.
 
Wer Weihnachten und den Jahreswechsel mit gutem Gewissen feiern will, sollte seinen Speiseplan überdenken. Schnell macht man sich zum Förderer millionenfacher Tierquälerei.
Dies fängt beim Festtagsbraten an, der überwiegend aus Massentierhaltung stammt. Im In- und Ausland leiden hierfür unzählige Puten, Enten und Gänse unter grausamsten Bedingungen. Im Turbomastverfahren nehmen die auf schnelles Wachstum gezüchteten Puten und Masthähnchen viel zu schnell zu. Knochendeformationen und Brüche bzw. Kannibalismus sind die Folge. Zahlreiche verletzte und tote Tiere sind an der Tagesordnung und von den Produzenten kaltblütig einkalkuliert. Wasservögel wie Enten und Gänse müssen ihr Dasein eingesperrt in Käfigen oder Hallen in künstlichem Dämmerlicht verbringen, ohne je schwimmen zu dürfen oder im Freien gewesen zu sein. Der erste und einzige „Ausflug“ dieser Tiere: In Kisten eng zusammengepfercht die letzte Reise zum Schlachthof, wo sie der qualvolle und nicht immer schnelle Tod am Fließband erwartet.
 
„Machen Sie zu den Feiertagen beim Festessen keine miesen Kompromisse. Warum an Weihnachten nicht einmal fleischlos kochen? Zum Wohl der Tiere und der eigenen Gesundheit. Und wenn doch „tierische“ Gerichte auf den Tisch kommen, achten Sie zumindest darauf, dass die verwendeten Zutaten aus artgerechter Haltung oder nachhaltiger Nutzung stammen. Auch wenn das vielleicht ein wenig teurer ist, kann man es doch mit deutlich besserem Gewissen genießen,“ so der Appell des Landestierschutzverbandsvorsitzenden Stefan Hitzler.
 
Auch bei Fisch und Krustentieren gilt es aufzupassen. Bei Meeresfisch sollte gezielt darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Fischbestände nicht schon völlig überfischt sind oder durch die Fangmethoden jede Menge sogenannter „Beifang“ zu Tode kommt bzw. durch Schleppnetze der Meeresboden zerstört wird. Wer den verheerenden Raubbau in unseren Ozeanen nicht unterstützen will, meidet beim Einkauf bspw. Rotbarsch, Seezunge, Seeteufel, Dornhai (Schillerlocke) und Krabben.
 
„Eine besonders grausame Tierquälerei ist die Zubereitung von Hummern, die lebend in kochendes Wasser geworfen werden. Ihr letzter Todeskampf im siedend heißen Wasser zieht sich über Minuten hin. Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg bittet deshalb alle Verbraucherinnen und Verbraucher, auf solche Tierqual-Delikatessen zu verzichten“, plädiert der Verbandsvorsitzende Stefan Hitzler eindringlich.
Ebenso grausam ist der Leidensweg der Krebstiere. Direkt nach dem Fang werden die Scheren der Hummer mit straffen Gummibändern zusammengebunden und die Tiere in riesigen Meerwassertanks dicht gepackt oft über Wochen lebend „zwischengelagert“. Dabei kommen rund 30 % ums Leben. Für Langstreckentransporte werden die Tiere dann ohne Wasser, übereinander geschichtet in Styroporbehälter gequetscht, zwischen Eisblöcke gepackt und in alle Winkel der Erde verfrachtet.
 
Andere „Delikatessen“ sind ebenfalls Ergebnisse extremer Tierquälerei. Für Stopfleberprodukte werden Enten oder Gänse über Wochen täglich mehrmals zwangsgefüttert, indem man ihnen gewaltsam über ein Metallrohr kalorienreichen Futterbrei direkt in den Magen stopft. Die bei Gourmets beliebte „Foie gras“ wird aus der durch diese grausame Tortour entstandenen, bis auf das zehnfache einer normalen Geflügelleber angewachsene Fettleber der gequälten Tiere hergestellt.
Gänseleberpastete ist somit ein Produkt aus einem hochgradig erkrankten Organ. Wie gesund solch eine Zutat für den eigenen Körper ist, darf sich jeder Konsument selbst ausmalen.
In Deutschland ist es zwar schon seit langem verboten, Tiere derartig zwangszufüttern, trotzdem kann jeder die so in Frankreich, Ungarn und Bulgarien hergestellten Produkte überall kaufen.
 
„Echte Nächstenliebe schließt unsere Mitgeschöpfe mit ein. Jeder kann etwas für Tiere tun. Bewusstes Einkaufen und der gezielte Verzicht auf Tierqualprodukte ist ein großer Schritt in die richtige Richtung,“ so Stefan Hitzler abschließend.
 
Hintergrund:
Weltweit müssen jedes Jahr etwa 3 Billionen Fische (Wildfänge und aus Aquakulturen) für unseren Konsum sterben. Wurden die Meeresbewohner nicht schon zuvor beim Einholen der Netze zu Tode gequetscht, wartet am Schiffsdeck auf sie oft der qualvolle Erstickungstod. Bei dem massenhaften Fischfang verendet auch „unerwünschter“ Beifang qualvoll. Denn in den Netzen landen nicht nur Fische, sondern beispielsweise auch Schildkröten, Haie, Rochen, Vögel, Delfine und Wale.
Nach der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten gelten aktuell 2500 Fischarten bereits als gefährdet und 549 als von Aussterben bedroht. Nicht nur die Fische leiden – fast 60 Prozent aller Korallenriffe gelten zudem als gefährdet.
Beim Festessen den Tierschutz nicht vergessen