Wir machen es kurz und ehrlich, denn Diesel hat es nicht nötig, schöngeredet zu werden: Dieser kleine Hund ist ziemlich größenwahnsinnig. Er hält sich für den Monarchen seines eigenen kleinen Königreichs – und alle anderen für Bittsteller, die sich glücklich schätzen dürfen, überhaupt vorgelassen zu werden.
Anfassen? Nur wenn der Herr es genehmigt.
Kompromisse? Nicht vorgesehen.
Kooperation? Ein Konzept, das Diesel bislang nicht überzeugen konnte
Bestechung? Kann man versuchen – hängt an seiner Tagesform
Wenn Diesel etwas nicht möchte, möchte er es nicht. Punkt. Und er ist durchaus bereit, diese Haltung mit Nachdruck zu vertreten. Er diskutiert nicht lange über seine Entscheidungen – er setzt sie durch. Ungeschönt, kompromisslos und mit einer Selbstsicherheit, die bei einem Hund dieser Größe fast schon wieder beeindruckend ist.
Die Frage, warum man überhaupt einen Menschen braucht, wenn man doch offensichtlich selbst ganz genau weiß, wie das Leben zu funktionieren hat, scheint in Diesels Weltbild jedenfalls noch nicht abschließend geklärt.
Deshalb sagen wir es geradeheraus: Diesel hat es schwer, ein neues Zuhause zu finden. Und das liegt nicht daran, dass die Umstände gerade ungünstig sind. Es liegt daran, dass Diesel kein Hund ist, der einem das Leben leicht macht. Wer sich einen unkomplizierten Kuschelpartner, einen gefälligen Begleiter oder einen kooperativen Familienhund wünscht, ist bei Diesel an der völlig falschen Adresse. Wirklich. Hier hilft auch kein „Ach, den kriegen wir schon hin“.
Was Diesel braucht, ist jemand, der sich von einem kleinen Hund mit großem Ego nicht provozieren lässt. Der ruhig und konsequent bleibt, Grenzen setzen kann, ohne in Machtkämpfe einzusteigen, und Diesel gleichzeitig vermitteln kann, dass Kooperation durchaus Vorteile hat.
Es geht nicht darum, ihn zu brechen oder ihm seinen Charakter auszutreiben. Sondern darum, ihm einen Rahmen zu geben, in dem er lernen kann, dass ein Zusammenleben mit Menschen vielleicht doch gar nicht so schlecht ist – auch wenn die Menschen natürlich gelegentlich anderer Meinung sind als der Herrscher des Hauses.
Kein Hund für Anfänger. Kein Hund für Menschen mit weichen Knien. Und definitiv kein Hund für jemanden, der auf schnelle Erfolgserlebnisse angewiesen ist. Aber vielleicht gibt es da draußen genau diesen einen Menschen mit ausgeprägtem Helfersyndrom, einem Faible für harte Fälle, einem stabilen Nervenkostüm und der seltenen Fähigkeit, sich von einem kleinen Hund weder beeindrucken noch persönlich beleidigen zu lassen.
Diesel, ca. 3-5 Jahre alt, kastriert. Er sucht erfahrene, unerschütterlich ruhige Menschen ohne andere Tiere oder Kinder im Haushalt.









