Libby – trägt ihr Päckchen. Und sie trägt es sichtbar.

Wer genau hinschaut, sieht es: ein missgebildetes Pfötchen hinten, ohne Ballen, ohne Krallen. Sie läuft direkt auf den Knöchelchen. Seit dem ersten Tag ihres Lebens. Jeden Tag. Als wäre Schmerz einfach normal – weil er für sie lange genau das war.

Vermutlich ist sie so zur Welt gekommen. In eine Welt, die ihr gleich zu Beginn klarmachte: es wird nicht einfach.

Aber Libby bekommt jetzt eine Orthese. Endlich. Und vielleicht ist das das erste Mal, dass das Leben ihr sagt: Du darfst laufen, ohne dass es wehtut…

Innerlich trägt sie noch ein zweites Päckchen. Drei Jahre alt – und schon so müde vom Aufpassen. Libby ist schreckhaft, unsicher, manchmal richtig ängstlich. Nicht weil sie schwach ist. Sondern weil sie gelernt hat, dass Vorsicht das Einzige war, das sie schützen konnte.

Aber manchmal, da merkt sie schon: hier passiert mir nichts. Hier muss ich nicht aufpassen. Hier bin ich sicher. Und dann wackelt nicht nur der Schwanz. Der ganze Hund wackelt. Das ist der Moment, für den es sich lohnt.

Libby. Klein, etwa 40 cm, gerade mal 3 Jahre jung – und so viel mehr als ihre Geschichte. Sie hat noch so viel Leben vor sich – so viel Freude, die darauf wartet, endlich rausgelassen zu werden.

Sie braucht keine perfekte Welt. Aber sie braucht die richtigen Menschen. Menschen, die Geduld nicht als Aufwand sehen, sondern als Geschenk.

Libby, geb. Januar 2023, kastriert – klein, tapsig, und auf dem Weg in das Leben, das sie immer verdient hat.